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Leistungsdiagnose 
5.4.7.2 Leistungstest

„Wer viel misst, misst Mist“ Sagt ein Sprichwort.

 Dies stimmt bei den meisten Benutzer von Herzfrequenzmessgeräten, Leistungsmessgeräten und anderen Messinstrumenten. Die Begründung ist einfach; die Werbung macht einem Glauben mit einem hochtechnischen Messgerät kann man die eigene Leistung messen und damit automatisch erkennen, was und wie man es anstellen muss, um besser zu werden.

Diese Einleitung führe ich an, weil sich auch auf meinem Computer unendlich viel Datenschrott angesammelt hat, welcher wirklich Mist ist.

Ein Gärtner aber ist dankbar für den meisten Mist, denn darauf gedeihen die schönsten Pflanzen. Ich habe mir diese Tatsachen zum Anlass genommen und möchte mit einem kleinen Leistungstest zeigen, wie man mit diesen Werkzeugen und Daten tatsächlich erkennen kann, was im Radsport zu Leistungssteigerungen führt.

 Um einen Leistungstest zu machen brauche ich Messinstrumente. Bei unserem Test braucht es:

      -         ein Herzfrequenzmessgerät
-         ein Doppelmeter
-         ein Massstab
-         eine Landkarte mindestens 1:25000
-         ein Papierblock und ein Bleistift
-         diese Anleitung

sowie ein Computerprogramm zur Auswertung.

 Keine Angst, bei meinen Hilfestellungen ist auch dieses Programm als Gratisdienstleistung dabei.

 Eine mögliche Zielsetzung des Testes ist es, zu erkennen welche Tretfrequenz am ökonomischsten ist.

 Die Zielsetzung ist natürlich sehr oberflächlich gehalten, kann aber in den Fragen der Zeit, der Streckenbeschaffenheit, der Steigung oder dem Gefälle der Strecke sowie der Qualifikation des Sportlers Rechnung tragen, in dem jeder dieser Detailfragen unabhängig beantwortet werden muss.

An einen Leistungstest werden bestimmte Anforderungen gestellt. Zum ersten muss er reproduzierbar sein unabhängig von: Messinstrument, Testperson und Messperson,  Der Test muss auch das messen, was wirklich in der Zielsetzung gefragt war. Zum Schluss muss die Auswertung unabhängig von der Methode oder dem Auswertungsprogramm jeweils zur gleichen Schlussfolgerung kommen.

Damit wir die primäre Frage beantworten können müssen wir mindestens 4 verschiedene Tests durchführen. Damit nun jeder Test die gleichen Voraussetzungen hat muss das Programm und die Vorbereitung immer exakt nach dem gleichen Schema ablaufen.

 

 

 Testbeschreibung

Wir wollen herausfinden welche Tretfrequenz bei einem 1km Zeitfahren auf flacher Asphaltstrasse geeignet ist.

Dazu müssen wir als erstes eine Flache Strecke ausmessen. Wir können dies einfach mit unserem Fahrrad machen. Wir stellen unser Rad mit dem Fentil nach unten auf eine flache Unterlage, machen beim Fentil eine Markierung und schieben danach unser Rad eine Radumdrehung nach hinten und markieren den 2 Punkt. Mit dem Doppelmeter messen wir die Strecke. Diese Strecke können wir mit dem Auswertungsprogramm in die Anzahl Pedalumdrehungen umrechnen und uns somit eine geeignete Strecke abmessen. Die Strecke soll möglichst flach sein, keine Kurven aufweisen und Verkehrstechnisch so ausgesucht werden, dass ein rennmässiges befahren keine Gefahr darstellt.

Diese Strecke muss nun mit hoher Leistung (Nicht mit der Maximal möglichen Leistung) 4 mal hintereinander befahren werden. Als Einstimmung empfiehlt sich ein ca. 30 Minuten dauerndes lockeres Einfahren.

Testprozedur:

Nach dem Einfahren für jeden der 4 Tests jeweils die gleiche spezifische Einfahrprozedur ca. 7 Minuten mit pulskontrollierter Belastungssteigerung. Den Start machen wir mit Anlauf und zwar so, dass mit immer der ähnlichen Herzfrequenz und Geschwindigkeit gestartet wird (Angestrebt ca. 120 bis 150 Hf ) Der Puls wird im 5 sec Intervall inklusive spezifische Einfahrprozedur aufgezeichnet. Die Aufzeichnung und die gewählte Übersetzung wird protokolliert. Der Test soll mit etwa 90% der maximalen Leistung erbracht werden, oder so, dass mindestens 4 mal die gleiche Leistung erbracht werden kann. Beim Start- und beim Zieldurchlauf machen wir auf dem Pulsmessgerät eine Zeitmarkierung, damit wir später die exakte Fahrzeit ermitteln können. Mit maximaler Leistung muss die Erholungspause extrem lange eingeplant werden. Optimalerweise genügt ein ca. 10 Minuten dauerndes Ausfahren um mit der nächsten Standardeinfahrprozedur zu beginnen. So wird der Zeitaufwand des gesamten Tests ca. 2.5 Stunden betragen.

 Die 4 Tests werden jeweils komplett mit einer gleichbleibenden Übersetzung absolviert. Begonnen wird mit der Übersetzung welche vermeidlich die Beste Leistung ergeben soll. 

Beim 2. Test verwenden wir eine geringfügig kleinere Übersetzung.

Beim 3. Test verwenden wir eine grössere Übersetzung als beim ersten Test.

Beim 4. Test verwenden wir die Übersetzung welche nach der Einschätzung der ersten 3 Tests die beste Leistung erbringen sollte, ev. einen Zahn kleiner. Auf keinen Fall die gleiche Übersetzung wie bei einem der ersten 3 Tests.

 Testauswertung

Die Auswertung kann nun mit dem bereitgestellten Auswertungstool erfolgen. Die Auswertung zeigt die erbrachte Leistung pro kg Körpergewicht, die Tretfrequenz, die Anzahl benötigter Herzschläge für die gesamte Strecke. Aus diesen Daten kann mit den erhobenen 4 Varianten meist ziemlich deutlich die optimale Tretfrequenz ermittelt werden.

 

 

ZeitLeistungPulsTempoFrequenzHerzschläge
(sec)(W/kg)(Hf/min)(km/H)(U/min)(Stk.)
1erster Versuch82.35.19179.8943.740107.34247
22. Versuch81.75.29184.3942.192121.65251
3Schmerzen in den Beinen88.74.27183.4140.57287.15271
4Gut gegangen79.26.03182.3145.432118.52241

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 
 
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02.02.2008                          © Copyright 1995-2008 msporting.com. All rights reserved.