Doping im Sport Heute ist Doping im Sport eine Tatsache, obwohl die Regeln des Sportes dies verbieten. Welche Sportler benutzen Doping und was bewegt sie zu diesen Massnahmen? Dazu sind Erkenntnisse der Psychologie wichtig um diese Frage zu beurteilen. Eine eindeutige Antwort kann es zwar nicht geben, aber ich glaube ich kann Wege aufzeigen wie der Sport aus diesem Dilemma herausgeführt werden kann. Ich habe während meiner Karriere einen Sportler gekannt, welcher bei einem Frühjahrsrennen bedingt durch die guten Streckenkenntnis eine Abkürzung benutzte und dadurch den 5. Rang belegte. Diese Tatsache wird bei den Mitbewerber aber offensichtlich als gravierender Verstoss beurteilt als die Verwendung von Doping. Welche Unterschiede sind dazu nötig? Ist es nicht genau so eine unsportliche Massnahme abzukürzen wie zu dopen? Hier möchte ich den Psychologen Piaget zitieren, welcher beobachtete dass Spielregeln geändert werden können, wenn sich alle damit einverstanden erklären können. Weiter sind sportliche Regeln einer art äusserer Moral unterworfen, währen dessen eine Straftat gemäss Gesetz eher einer inneren Moral (bösartige Absicht) unterworfen ist. Die Sportler gewichten demgemäss sportliche Regeln als weniger bindend als gesellschaftliche. Mann kann diese Erkenntnis damit vergleichen, dass eine Geschwindigkeitsüberschreitung eher akzeptiert wird, als ein Diebstahl. Das grosse Problem ist, dass gerade die Gesellschaft wenig Verständnis dafür hat und Regeln für alle als bindend empfindet, gerade dann, wenn diese Sportler mit ihren Fähigkeiten welche vom Durchschnittsmenschen weit entfernt ist, vergleichen werden. Aber die gleiche Gesellschaft kann einem Bekannten eine Geschwindigkeitsübertretung verzeihen. Wenn aber bei den gleichen Personen im Bewusstsein ein Verkehrsunfall ist, welcher auf überhöhte Geschwindigkeit zurückgeführt ist wird, das gleiche Vergehen wiederum stärker abgelehnt. ähnlich wie mit diesem Beispiel verhält es sich mit der moralischen Beurteilung von Doping. Die Hemmschwelle bei den Sportler ist unterschiedlich, im absoluten Spitzensport ist der Griff zu verbotenen Substanzen ein ähnliches Vergehen wie eine Geschwindigkeitsübertretung. Andere wiederum sehen darin eher ein Vergehen welches als schlimm ähnlich einem Diebstahl oder gar Mord gleich kommt. Hier hat die Gesellschaft die Pflicht die Moral exakter zu definieren. Die Sportverbände sind dazu nicht in der Lage, weil für einen Sportverband die eigenen Regeln als äussere Moral betrachtet werden, und diese von Jahr zu Jahr angepasst werden können. Heute ist es sogar gesellschaftsfähig einen Arzt in sportlichen Organisationen zu beschäftigen, obwohl kranke Sportler im Prinzip nicht Sport treiben sollten und gesunde Sportler wenn nicht unlautere Gedanken dahinter stehen keinen Arzt benötigen. Diese Berufsgruppe hat sich sogar bei Kongressen mit den Spitzenleistungen der betreuten Athleten gebrüstet. Aus der gesellschaftlichen Sicht verstösst dies eindeutig gegen die innere Moral. Die weite Verbreitung ist denn auch auf gut ausgebildeten Mediziner zurückzuführen. Diese beraten die Spitzensportler und machen ihnen Hoffnungen, welche schlussendlich jeder Spitzensportler sucht. Selbst wenn sich die Tätigkeit der Teamärzte nur auf Leistungsdiagnose beschränkt, ist doch der Ausbildungsstand dieser Leute moralisch und ethisch am falschen Ort im Sport. Denn selbst diese Handlungen sind eine Art Menschenversuche, welche durch Mediziner ausgeführt für unlautere Massnahmen verwendet werden. Hier muss die Gesellschaft klar fordern, dass diese Leute nicht Mediziner sein sollten, sondern Trainer, welche sicher andere Antworten auf die Leistungsdiagnosen haben als Mediziner. Wie ist es aber zu erklären, dass sogar bei jungen Sportlern die Hemmschwelle für den Gebrauch von unerlaubten Massnahmen so niedrig liegt? Dazu ist es wichtig zu verstehen wie das System im Sport wirkt. Ein Junger Sportler hat seine Vorbilder normalerweise in seiner eigenen Sportart und wenn ein gewisses Talent vorhanden ist, so investiert er auch einen grossteil seiner Zeit in diese Sportart. Dabei orientiert er sich zwangsläufig an den Personen welche in dieser Sportart immer dabei sind. Wenn diese Leute mit Doping in Berührung gekommen sind und dies ist um so wahrscheinlicher je höher die Leistungen sind, so ist die Diskussionsbasis zwischen jungen Sportler und alten Füchsen wohlwollend in bezug auf Doping. Mann kann sogar sagen die Hemmschwelle ist abgebaut und selbst die äussere Moral widerspricht nur am Anfang. Im heutigen Spitzensport sind zu wenig Ansprechpartner vorhanden, welche diese Machenschaften deutlich ablehnen und dazu beitragen, dass diese Haltung bei den jungen Sportlern zur inneren Moral wird. Es ist demnach vom Zufall abhängig an welche Leute ein Sportler während seines Werdeganges gelangt. Diese kompetenten, erfahrenen Leute aber sind es, welche die Verhaltensweisen der heranreifenden Spitzensportler beeinflussen. Die Lösung muss also heissen genügend Trainer auszubilden, welche aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung dazu beitragen sauberen Sport zu propagieren und dank ihrer Kompetenz auch beachtet werden. Dani Müller |